Gemeinsam gegen Krebs

Eine Rezension von Annette Kruse-Keirath

Fast scheint es, als habe sich die Onkologie in diesem Jahr die  Renaissance der Naturheilkunde auf die Fahnen geschrieben. Naturheilkundliche Behandlungsverfahren - besonders in der Krebsmedizin lange Zeit als wirkungslose Kräutermedizin abgetan und in die Ecke von unseriöser Scharlatanerie gestellt -  werden jetzt von der offiziellen Onkologie als Therapieoption anerkannt.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung allerdings nicht auf die Initiative der Wissenschaft. Sie ist eher die Reaktion der Medizin auf das Verhalten der Krebspatienten. 70 Prozent aller Tumorkranken nehmen die Hilfe der Naturheilkunde in Anspruch – allerdings ohne dies mit dem behandelnden Onkologen abzustimmen. Zumeist verschweigen die Patienten sogar aus Angst, dass sie in naturheilkundlichen Revieren fremdgehen. Die Angst der Patienten ist dabei nicht unbegründet: Viele Krebsspezialisten kennen sich mit den komplementärmedizinischen Methoden und Heilmitteln nicht aus und winken deshalb gleich ab. Und auf Krebskongressen wird die Erfahrungsmedizin häufig nach wie vor als unwissenschaftlich abgetan – selbst wenn Patientinnen und Patienten von Heilerfolgen und einer deutlichen Linderung ihrer Beschwerden berichten: Nur Anekdoten und Einzelfallbeobachtungen, keine wissenschaftliche Evidenz!

Die beiden Essener Mediziner, die im Frühjahr  2011 das Buch „Gemeinsam gegen Krebs – Naturheilkunde und Onkologie“ veröffentlichten, plädieren für einen ganz anderen und neuen Weg.  Sie beschreiben nicht nur eine Vision, sondern zeigen anhand von sehr konkreten Beispielen aus dem Behandlungsalltag in der Universitätsklinik Essen auf, wie die Verbindung von Naturwissenschaft und Naturheilkunde gelingen kann. Eine zentrale These des Buches: Es ist Zeit, mit den ideologischen Grabenkämpfen zwischen naturwissenschaftlicher Hochleistungsmedizin und Naturheilkunde aufzuhören. Denn beide sind zwei Seiten einer Medaille und können sich wirkungsvoll ergänzen und verstärken. Die Medizin verschenkt nach Auffassung von Dobos und Kümmel  derzeitig wichtige Chancen, die gerade in der Onkologie für die Patienten und die Wiederherstellung ihrer Gesundheit wertvoll und nützlich sein könnten.

Integrative Onkologie ist mehr als Schulmedizin mit ein wenig Naturheilkunde als „add on“ (Beigabe). Der Begriff „integrativ“ ist Synonym für  eine neue Interpretation des Verhältnisses zwischen Patient und Arzt. In der klassischen Onkologie geht oft die Aufforderung an die Kranken: Mischt Euch möglichst wenig in die Behandlung ein. Stört die Therapie nicht. Der Onkologe weiß schon, was er tut und was das Beste ist!. Der Patient ist ein passiv Leidender, kein aktiv Handelnder. Ganz anders das Verständnis der therapeutischen Beziehung in der integrativen Onkologie. Diese will Krebspatienten aktivieren und in das Therapiegeschehen mit einbeziehen, um sie zu „wachsamen und achtsamen Experten für sich selbst“ auszubilden. „In der integrativen Onkologie…. erhalten naturheilkundliche und traditionelle Heilverfahren eine neue Rolle, die vor allem darin besteht, die Betroffenen aus ihrer Hilflosigkeit herauszuholen, und sie dabei unterstützt, die Krankheit zu bewältigen. Auf diese Weise wird der Patient zum Partner des Arztes“.

Wie dieses neue Zusammenwirken von Naturwissenschaft und Naturheilkunde und die Verantwortungspartnerschaft zwischen Patient und Arzt konkret ausgestaltet werden kann, erfährt man im Buch von Dobos und Kümmel in ganz beeindruckender Weise. In sechs Kapiteln beschreiben die Autoren die derzeitige Situation der Krebsmedizin in Deutschland, zeigen die Möglichkeiten und Grenzen naturheilkundlicher Therapieverfahren auf und geben praktische Ratschläge und Tipps, was Patienten selbst tun können, um den Heilungsprozess zu gestalten, ihre Ängste zu bewältigen und aktive Rückfallprophylaxe zu betreiben. Gerade die Potentiale, die Naturheilverfahren bei der Bekämpfung der Nebenwirkungen von konventioneller Chemo-, Strahlen- und antihormoneller Behandlung eröffnen, werden ausführlich beschrieben und erläutert. Akupunktur kann Schmerzen, Angst und auch Übelkeit lindern. Kältehandschuhe sind ein wirkungsvolles Mittel gegen Nagelschäden oder Nervenschäden. Mind-Body-Medizin sensibilisiert die Körperwahrnehmung, reduziert Stress und hilft, das Gehirn auf Gesundheit zu programmieren.

Das Buch gibt ganz praktische Tipps, stellt Wirkstoffe und Wirkungsweise von Heilmitten und Behandlungsverfahren vor und  erläutert deren Eignung im Hinblick auf eine onkologische Therapie. Vorgestellt und empfohlen werden solche Methoden, deren Wirksamkeit in Studien, Labor- oder Tierversuchen belegt ist sowie solche, die diesen Wirksamkeitsnachweis zwar nicht führen, aber nachweislich auch keine Schädigungen hervorrufen.

Ausführlich gehen die Autoren auf molekularbiologische Testungen, Genexpressionsanalysen und Behandlungsstrategien ein, die nicht das Ausmerzen, sondern ein friedliches Nebeneinander von Tumor und gesundem Gewebe zum Ziel haben. Frauen, die von Brustkrebs betroffen sind, werden sicherlich mit Interesse im Kapitel „Fallbeispiele“ die Beschreibung des Pilotprojektes „SenoExpert“ lesen. Dieses Projekt wird seit 2010 von den beiden Autoren des Buches an den Kliniken Essen-Mitte als integrative Behandlungsoption angeboten. “Die Medizin muss wissenschaftlicher werden und trotzdem menschlicher“ so das Fazit von Dobos und Kümmel. Das bedeutet: Die Onkologie muss den Patienten genauso ernst nehmen wie wissenschaftliche Forschungsergebnisse und mit ihm ins Gespräch kommen. Denn die Motivation zur Therapie funktioniert nur über das Gespräch und die verständliche Erläuterung. 

„Gemeinsam gegen Krebs“ ist ein populär-wissenschaftliches Buch im besten Sinne des Wortes: Es richtet sich an alle – Patienten wie Ärzte, Gesunde wie Kranke -, bietet Orientierungshilfe zur Beurteilung der Seriosität von Heilangeboten und fordert dazu auf, selbst aktiv zu werden und vor allem eins zu tun: Miteinander zu sprechen. Das gilt für Patienten wie Ärzte gleichermaßen. Denn der Experte der Erkrankung ist der Arzt, der Experte des eigenen Körpers der Patient.


Gustav Dobos/Sherko Kümmel: Gemeinsam gegen Krebs. Warum Naturheilkunde und Onkologie zusammenarbeiten müssen, München 2011, 300 Seiten, Preis: 24,95 €, ISBN: 978-3-89883-265-6

 

 

 

Krebs – die Volkskrankheit verstehen, erkennen, behandeln, vermeiden

Rezension von Annette Kruse-Keirath

Was verbindet Michael Lesch, Edzard Hausmann, Manfred Stolpe, Janine Pietsch, Michael und Ulli Roth? Eine gemeinsame Diagnose:  Krebs!  Und die Tatsache, dass alle sechs dazu bereit waren,  im „Krebsbuch“, das die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) gemeinsam mit der Bildzeitung im Oktober des vergangenen Jahres herausgegeben hat, über ihre Erfahrungen  zu berichten.  Bei so viel Prominenz und entsprechender Promotion in den Medien greift man – insbesondere als „Bild- kritischer“  Leser - zunächst etwas zögerlich nach dem knapp 300 Seiten umfassenden Buch, das auf Anhieb in den Bestseller-Listen von Focus und Stern landete. 

Kann unter der  Regie von „Bild“ wirklich eine seriöse und fundierte Wissensvermittlung stattfinden? 
Die Intention des Ratgebers beschreibt Bild-Chefredakteur Kai Diekmann im Vorwort: „Bild will aufklären und Orientierung geben. Wir wollen Betroffene und Angehörige auf dem oft schweren und langen Weg vom Verdachtsmoment über Diagnose, Therapie bis hin zur Nachsorge begleiten. Wir wollen Fragen beantworten und damit Licht ins Dunkel bringen. Aber vor allem wollen wir eins: Mut machen!“
Und das gelingt dem  Buch sehr gut, für das  u.a. der Chef der Deutschen Krebsgesellschaft, Prof. Werner Hohenberger und der Europachef Onkologie des Pharmaunternehmens Pfizer, Dr. Andreas Penk,  als Herausgeber verantwortlich zeichnen.

Nach der Lektüre des Krebsbuchs, das auch für medizinische Laien leicht verständlich und reich mit Fotos und Schautafeln bebildert ist, so dass komplizierte medizinische Zusammenhänge wie z.B. die Wirkungsweise einer Chemo- oder Strahlentherapie einfach und nachvollziehbar erläutert werden, ist man angenehm „enttäuscht“.  Dem Bild-Krebsratgeber gelingt es – nicht zuletzt auch über die sehr persönlichen Erfahrungsberichte der prominenten Krebspatienten -, einen fundierten Überblick zu den „Krebsfakten“ und den unterschiedlichen Diagnostik- und Therapieverfahren zu geben. Eine kritische Bewertung der aktuellen Studienlandschaft kommt  ebenso wenig zu kurz wie die Sichtung von komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden. 
In drei großen Kapiteln – „Krebs verstehen“, „Der Krebs und ich“, „Das Therapiehandbuch“ –  vermittelt das Krebsbuch einen Überblick zu dem, was wir heute über die Entstehung, Früherkennung und Behandlung unterschiedlicher Krebsarten und Krebsstadien wissen. So leistet es wertvolle Aufklärungsarbeit und kann gleichzeitig dazu beitragen, Ängste abzubauen, die den einen oder anderen  vielleicht daran hindern, an einer Früherkennungsuntersuchung teilzunehmen oder eine bestimmte Behandlung durchzuhalten. 


Das Buch verschweigt im zweiten Teil „ Der Krebs und ich“ auch nicht den Schock, den die Diagnose „Krebs“  nicht nur beim ersten Mal auslöst.  So beschreibt der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg , wie sein Krebs nach sieben Jahren mit Lebermetastasen zurückkehrte und gleichzeitig bei seiner Frau Brustkrebs diagnostiziert wurde: „ Meine Frau und ich haben uns daran gewöhnt, dass es nun in unserem Leben etwas gibt, das den Takt angibt. Der Krebs bestimmt unseren Terminkalender vor“, fasst der Politiker zusammen.  Regisseur Leander Haussmann geht in seinem Beitrag  „Wir haben unseren Vater zum Sterben nach Hause geholt“ kritisch mit den Medizinprofis ins Gericht:  „Manche Ärzte können es gar nicht abwarten, eine Prognose los zu werden. Ihr Herr Vater wird nicht mehr länger als sechs Monate leben, Herr Haussmann. Diesen Satz bekam ich ungefragt zu  hören“. 

Und die Schwimmerin Janine Pietsch, die 2008 mit 29 Jahren an Brustkrebs erkrankte, schildert nicht nur  die Nebenwirkungen ihrer Chemo- und Antihormontherapie („ich bin 29 Jahre alt und stecke mitten in den Wechseljahren“), die ihre  Sportlerkarriere beenden, sondern auch die Kehrtwende, die plötzlich ihr Leben veränderte: „Ich überlege, mein Abi nachzuholen und zu studieren, dafür war neben dem Sport nie Platz. Wo ich hinwill, weiß ich noch nicht genau. Ich stehe jetzt vor den Entscheidungen, vor denen  Achtzehnjährige nach der Schule stehen - nur mit der Lebenserfahrung einer Neunundzwanzigjährigen. Das ist doch auch nicht schlecht."

Die Diagnose Krebs ist oder muss heute kein Todesurteil mehr sein.  Die Erfolgschancen der Behandlung haben sich deutlich verbessert – das belegt das Buch in eindrucksvoller  Weise. Aber von diesen Fortschritten profitiert nur der, der umfassend informiert  ist und  die richtigen Wege zu gehen weiß. Das sind leider immer noch zu Wenige. Das Krebsbuch will und kann dazu beitragen, dass sich das ändert - nicht zuletzt deshalb, weil es dank „Bild“ auch Menschen erreicht, die sonst kaum aufgeschlossen gegenüber wissenschaftlicher Lektüre sind.


Sarah Majorczyk, Werner Hohenberger, Andreas Penk: Das Krebsbuch – die Volkskrankheit verstehen, erkennen, behandeln, vermeiden. Verlag Zabert Sandmann, München 2011, 281 Seiten, 14,95 Euro. ISBN 978-3-89883-312-7

 

 

 

Man sagt sich nicht nur einmal Lebewohl

 Rezension von Annette Kruse-Keirath

Seine Bücher, populär-wissenschaftlich geschrieben und dabei immer wissenschaftlich fundiert, wurden in Dutzende von Sprachen übersetzt, haben Millionen von Lesern und Leserinnen erreicht.  Denn die Botschaft, die der französische Psychiater David Servan-Schreiber in seinen Bestsellern: „Die neue Medizin der Emotion“ und „Das Anti-Krebsbuch“ verbreitete, war eine, die vielen Menschen aus dem Herzen sprach: Unser Körper kann mit schweren Erkrankungen fertig werden, wenn es uns gelingt, die Selbstheilungskräfte des Organismus zu aktivieren. Wir sind nicht passiv Leidende, sondern können selbst aktiv etwas gegen die Krankheit und für unsere Gesundheit tun!

Servan-Schreiber selbst war, so schien es über 19 Jahre, das beste und überzeugendste Beispiel dafür, dass man Krebs durch einen Antikrebs-Lebensstil überwinden kann. Der „Krebsarzt“ litt selbst an einem Gehirntumor

Allerdings: 2010 kehrte die Krankheit zurück – und zwar in einer sehr aggressiven, unheilbaren Variante, wie es Servan-Schreiber in seinem letzten, nach seinem Tod veröffentlichten Buch mit dem Titel: „Man sagt sich nicht nur einmal Lebewohl“ beschreibt. Dieses Buch, das nur 150 Seiten „dünn“ ist, ist vielleicht das persönlichste eines engagierten Wissenschaftlers und staunenden Forschers, der sich nach Ausbruch seiner Krebserkrankung immer bewusst war: „Früher oder später würde er zurückkehren, das wusste ich. Ich konnte Zeit gewinnen, gut und ohne Angst leben, ihn fast vergessen. Aber jetzt ist der Rückfall da. The Big one“.

Anfangs – im Juni 2010 - ist Servan-Schreiber zuversichtlich, den Krebs auch diesmal zu besiegen. Im MRT hat man eine „Riesenkugel“ festgestellt – mit Blutgefäßen durchzogen und raumfüllend. Der Onkologe glaubt an ein Ödem als zeitverzögerte Reaktion auf vorangegangene Bestrahlungen. Anlass für das Kernspin waren Symptome wie Kopf- und Rückenschmerzen und vorübergehende muskuläre Ausfallerscheinungen, die zu plötzlichen Stürzen führten. Doch die anfängliche Hoffnung – vielleicht auch die Verleugnung der im Inneren bereits bekannten Diagnose – ist trügerisch. Bald steht fest: Das Ödem ist ein Tumor – und zwar ein bösartiger.



Obwohl Servan-Schreiber seine Prognose nur zu gut kennt, nimmt er den Kampf gegen die Krankheit wieder auf, schaltet auf „Bewältigungsmodus“, wie er es nennt. Er lässt sich erneut operieren und radioaktive Kügelchen ins Gehirn einsetzen, die die Restzellen des Tumors zerstören sollen, unterzieht sich in Belgien einer speziellen, kräftezehrenden Impftherapie.  Das Glioblastom, Stadium IV, widersetzt sich allen Therapieversuchen - auch den komplementärmedizinischen – und schreitet voran. Dennoch, und das ist das Überzeugende an diesem Krankheitsbericht mit unabwendbarem Ausgang, gibt der Patient nicht auf, sondern behält seine „Selbstkompetenz“: die Fähigkeit, über sich selbst zu bestimmen. 

Auch seine Selbstzweifel. Wozu das alles? Sind die Methoden, die das Anti-Krebsbuch empfiehlt, vielleicht doch falsch, hat das Buch seine Gültigkeit verloren? Warum konnten sie nicht vor dem Rückfall schützen?

Diese Zweifel lässt Servan-Schreiber in seinem Buch genauso wenig aus wie die Frage: Wie reagiere ich, wenn der Tod kommt, wenn er vor mir steht?

 Sein letztes Buch will der Autor als Antwort auch auf diese Fragen verstanden wissen. Und es ist auch seine Art, Lebewohl zu sagen und sich von den  Menschen zu verabschieden, die ihm wichtig sind: von seiner Frau, seinen Kinder, seiner Familie und seinen Zuhörern und Lesern, denen er sich bis zuletzt verpflichtet fühlt. Sachlich und exakt beschreibt er die Stationen seiner Erkrankung und die damit verbundenen körperlichen Einschränkungen. Dass er den Krebs nicht besiegen, wohl aber sehr lange – entgegen der Prognose bei Erstdiagnose – leben und überleben konnte, bestärkt ihn in seiner Überzeugung: Ich habe es in der Hand, meinen Gesundheitszustand positiv zu beeinflussen.Und: „Man muss die eigene Gesundheit pflegen, sein seelisches Gleichgewicht pflegen, seine Beziehungen zu Menschen pflegen, die Erde um uns herum pflegen. Die Gesamtheit dieser Bemühungen trägt dazu bei, uns vor Krebs zu schützen, individuell und kollektiv, auch wenn es nie eine hundertprozentige Garantie geben kann“. 


Besonders beeindrucken zwei der letzten Kapitel des Buchs über die Liebe und die „Liebkosung des Windes“. Beide beschreiben auf eine sehr intime  Art und Weise Servan-Schreibers Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Verlangen nach Unsterblichkeit. „Wenn ich nicht körperlich zurückkomme, vergiss nicht, dass jedes Mal, wenn du den Wind auf deinen Wangen spürst, ich es bin, der dir einen Kuss gibt“ zitiert er dort aus dem Brief eines Soldaten aus dem amerikanischen Bürgerkrieg.  Das Gefühl, das er sich wünscht mit seiner Familie – die jüngste Tochter ist gerade zwei Jahre alt - auch nach seinem Tod zu teilen, verbindet ihn auch mit allen, denen er im Kampf gegen den  Krebs Vorbild war. 
„Mein Bruder David starb acht Wochen, nachdem er dieses Buch vollendet hatte“, schreibt Emile Servan-Schreiber im Epilog.  „Die Art, wie er seinem Tod entgegenging, ist eine Lehre fürs Leben“.


David Servan-Schreiber: Man sagt sich nicht nur einmal Lebewohl. Kunstmann-Verlag, München 2012, 152 Seiten, 14,95 Euro. ISBN 978-3-88897-751-0